Ist Vibe Coding agile?

Ein authentisches Excel-Screenshot mit absurd vielen Tabs am unteren Rand, leicht verfremdet. Kein Text dazu. Das Publikum lacht — der Witz steht für sich.

5.600 Apps. 2.000 Lücken.
 
Escape.tech, Oktober 2025.

Der Kunde weiß erst, was er will, wenn er sieht, was er bekommt.

Slide: Zwei Boxen nebeneinander, sehr karg. Links: „IT-Projekt · 4 Monate." Rechts: „Mario · 2 Abende." Dazwischen nichts

Slide: Ein einziger horizontaler Balken über die Folie. Linke 20 Prozent: „Bau." Rechte 80 Prozent: „Wartung." Mehr nicht.

Slide: Schwarze Folie, oder die Frage in großer Schrift: „Warum geht das bei dir ok?"

Slide: Eine einzige Zahl, dominant über die Folie: „200.000 Zeilen Code · pro Woche." Sonst nichts. Das ist der visuelle Höhepunkt des Talks.

Vibe Coding verbieten heißt Schatten-IT genehmigen

By Johann-Peter Hartmann

Vibe Coding verbieten heißt Schatten-IT genehmigen

Ist Vibe Coding Agile? „Klar!", würden viele direkt antworten. Schließlich designt der Nutzer hier unmittelbar die Anwendung, die er braucht. „Auf keinen Fall!", kontert der XP- und Clean-Code-Praktiker, denn die so erzeugte Software ist halbgar und ungetestet. Und CISO und Ops-Team diskutieren derweil, ob man das Ergebnis überhaupt „Software" nennen darf – zu sehr erinnert es sie an das „Aber mein Neffe hat gesagt, das dauert nur 3 Tage" des CEOs. Die Debatte läuft also zwischen zwei Polen: Entweder man nimmt die Geschwindigkeit der KI und verliert Qualität und Security – oder man verzichtet aufs Vibe Coding, um beides zu behalten. Meistens fällt die offizielle Entscheidung auf die zweite Option, weil sie keinen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Parallel entsteht eine ganz neue Welt der Schatten-IT, weil die Kollegen ihre Probleme trotzdem lösen müssen. Genau an diesem Punkt wird es interessant: Welche Antwort ist eigentlich „working software"? Was heißt „responding to change", wenn der Change plötzlich aus dem Fachbereich selbst kommt? Im Vortrag zeigen wir, warum beide offiziellen Antworten zu kurz greifen – und skizzieren einen dritten Weg mit konkreten Leitplanken, die Qualität, Security und die Produktivitätsgewinne der Nutzer zusammenbringen. Kurz: Wie schaffen wir es, beide Seiten glücklich zu machen?

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